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Reisebericht vom südlichen Afrika

 
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marina drisch
Rucksacktourist
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Anmeldedatum: 20.04.2004
Beiträge: 3
Wohnort: Neckargemünd

BeitragVerfasst am: Sa Sep 11, 2004 10:22 am    Titel: Reisebericht vom südlichen Afrika

Hallo Afrikafreunde,
Seid gestern sind wir aus dem südl. Afrika gesund zurück und sind dank der vielen Reiseinfos sehr gut zurechtgekommen. Sehr zu empfehlen sind die Reiseführer von Ilona Hupe(siehe auch Internetseite vom Hupeverlag).
Wir sind als Familie mit 2 Kindern, 11 und 15 Jahre, unterwegs gewesen.
Ein paar Eindrücke und Neuigkeiten möchte ich gerne beschreiben. Die Autovermietung „Kwenda Safari“ aus Johannisburg ist ein kleines Familienunternehmen, preisgünstig und zuverlässig und passt sich den individuellen Wünschen an. Der Besitzer hat problemlos Permits für alle Länder ausgestellt und das Auto in Lusaka abgeholt (4300 ZAR Gebühr). Insgesamt haben wir für 4 Wochen 30 382 ZAR für einen Landrover Defender 110 Diesel mit zwei großen ( 140 cm breiten) Dachzelten, incl. Zusatzversicherung zur Reduzierung des Selbstbehalts auf 1500 ZAR, bezahlt. (Beim derzeitigen Wechselkurs zum Euro wird leider etwas teurer als z. B. Anfang Februar). Am Ankunftstag in Johannisburg hatten wir auch kostenlose Unterkunft und Verpflegung bei der Familie.
Unsere Reise ging dann in zwei Tagen Fahrt nach Kasane in Botswana und dann in den Chobe Park mit Übernachtung im Ihaha Camp und in Savuti(vorher von zu Hause aus gebucht). Der erste Tag im Nordteil des Parks war beeindruckend, wir haben in wenigen Stunden viele Tiere gesehen : Kudus , Impalas , Wasserböcke, Hippos, Warzenschweine, Schreiseeadler, viele bunte Vögel, Zebras, Giraffen, eine riesige Büffelherde, einen Waran, Paviane, Meerkatzen und massenweise Elefanten. Auch beim Ihaha Camp war gerade als wir unsere Campingausrüstung auspackten eine ganze Herde am Fluss in etwa 50 m Entfernung. Sie waren friedlich und neugierig. Auch nachts waren einzelne um unserer Zelt herum am Fressen, ein Löwe muss ganz in der Nähe gelagert haben, wir hörten in regelmäßigen Abständen lautes Brüllen und von Ferne eine Antwort evtl. eines Rivalen. Ganz schön unheimlich, aber wenigstens brauchten wir dann die Diebe aus Namibia weniger zu fürchten ( wir sahen Lichter und Boote am anderen Ufer). Wenn man keinesfalls das Zelt verlassen darf, muss man natürlich erst recht auf Klo, unser 11- jähriger Sohn hatte etwas Durchfall und musste sich aus luftiger Höhe nach unten erleichtern. Unsere Angst war dass er doch mal das Zelt verlässt, ohne dass wir es merken, aber das Löwengebrüll war zu bedrohlich. Die lange Allradpiste nach Savuti dagegen hat sich nicht so gelohnt, es war wohl schon zu trocken und nur wenig Tiere da oder wir hatten einfach Pech. Wir mussten dieselbe Strecke zurück, da uns von der südlichen Durchfahrung über die Nogatsaa area ernsthaft abgeraten wurde, da dort keiner kontrolliert „ if we get lost“.
Das nächste Highlight waren die Viktoriafälle. Wir haben sie nur von Sambia aus besucht, aber schon da waren wir so fasziniert, dass wir uns eine Steigerung gar nicht mehr vorstellen konnten und haben uns die Besichtigung von Zimbabwe aus gespart.
Die Sache mit dem Visa Waver fürs Multi-Entry Visum von der Livingston Safari Lodge hat nicht so 100%ig geklappt. Wir bekamen zwar das kostenlose Visum an der Grenze bei Kazungula für 30 Tage, aber wie sich hinterher herausstellte, war der multi-entry permit nur für 14 Tage gültig . Später bei unserer Wiedereinreise aus Malawi war dies natürlich abgelaufen , aber wir müssen bei der Grenze so enttäuschte Gesichter und einen niedergeschlagenen Eindruck gemacht haben, dass uns die Grenzbeamtin nach einigen Disskussionen dann nochmal kostenlose Visa für die letzen par Tage bis zu unserem Abflug von Lusaka ausgestellt hat. Das hatten wir nicht erwartet.
In Livingstone waren wir zwei Tage und haben noch den kleinen Wildpark besucht, aber die drei Nashörner nicht zu Gesicht bekommen und auch sonst war es nicht so spektakulär, aber wir waren eben von Chobe verwöhnt.
Das nächste Ziel war der Lower Sambesi Park. In der Gegend von Choma haben wir übernachtet und dann Lusaka links liegen gelassen und sind gleich nach Süden abgebogen. Die Gwabi Lodge bei Chirundu war wirklich idyllisch von dort aus sind wir dann entlang des Flusses in den Park gefahren. Eine sehr holprige Angelegenheit. Diese Strecke wollten wir keinesfalls noch mal fahren und so haben wir uns am Gate nach der West-Ost Durchquerung erkundigt. Es wäre wohl machbar, aber wir bräuchten mindestens 7 Stunden und die Zeit würde nicht mehr reichen. Wir wollten aber sowieso 2 Tage bleiben und wenn möglich im Park übernachten. Dies ginge, wir sollten uns am airstip office erklären lassen, wo wir campieren könnten, es gäbe einen Campground. Wunderbar, das hatte ich eigentlich nicht gedacht, denn im Reiseführer steht das nicht drin. Wir haben also für 2 Tage Eintritt und Camping bezahlt und sind losgefahren. Von Roland Schmidt ( www.800.de, da findet man auch viele andere gute Tipps) hatte ich auch die Tracks durch den Park, die es uns leicht machten , nach etlichen „loops“ auch wieder zurück auf den Hauptweg zu finden. Das „airstip office“ war ein Tisch mit Stuhl unter einem Baum. Ein Ranger erklärte uns den Weg zum Campground. Wir haben auf einer übersichtlichen freien Fläche unsere Zelte aufgeklappt, Feuer gemacht und uns gewundert, weshalb so viele Safariautos auf nightdrive ausgerechnet bei uns vorbeifahren. Am nächsten Morgen wurde uns gesagt, dass wir am falschen Platz waren, aber das alles nicht so tragisch sei, wenn es uns nur gut gegangen wäre. Wir sollten uns aber später noch mal beim „office melden und sagen, welchen Weg wir aus dem Park nehmen. Von der West-Ost Strecke wurde uns mehrfach abgeraten, da sei seit Jahren keiner mehr gefahren. Wir haben dann noch den richtigen Campground gefunden ( wir waren neugierig, was wir verpasst hatten ), da standen tätsächlich zwei einsame Minipackzelte am Flussufer. Viele Hippos waren auf den Inselchen im Sambesi zu sehen auch sonst gab es viele Tiere, aber nicht so viel wie in Chobe. Zurück beim „office“ hat man uns auf die Chakwenga Road geschickt, Leopard Hill sei seit dem letzen Regen katastrophal zu fahren und den Weg nach Osten gäbe es nicht. Wir wollten nicht besserwisserisch sein, obwohl ich die Tracks für letztere Wege auf meinem Garmingerät hatte und für Chakwenga nicht und die Empfehlungen aus dem Reiserührer anders waren. So sind wir Chakwenga gefahren. Es war kein Problem, wir sind nach 5 Stunden beim Gate und nach 6 Stunden an der Great east road angekommen. Unterwegs haben wir Löwen (gleich zu Beginn) und viele Tse-Tse Fliegen getroffen.
Auf dem Weg zu South Luangwa sind wir 2 Nächte im Luangwa Bridge Camp zum Relaxen geblieben, dort war gerade der neue Pool fertig geworden, so dass man es bei der Wärme gut aushalten und die schöne Aussicht genießen konnte. Eine langweilige Bootstour haben wir am Vormittag gemacht. 3 Stunden mit Schwimmwesten im brütender Hitze (wir können alle sehr gut schwimmen) auf dem langsam dahin treibenden Boot mit zwei schwarzen Paddlern, die sich nur miteinander unterhalten haben. Tiere haben wir wenige gesehen.
Über die Petauke-Road sind wir nach Mfuwe gefahren.( Ziemlich anstengend)
Die Tierwelt im South Luangwa Park war beeindruckend, da man vor allem so viele Arten gleichzeitig an einen Platz sieht. Wir sind drei Tage geblieben, waren im Wild Life Camp und haben von dort aus Touren gemacht, auch einen geführten nightdrive, leider ohne Leoparden oder Löwen zu sehen. Dafür gab es wunderschöne Giraffen und Zebras und wirklich viele Hippos und Krokodile – auch mal außerhalb des Wassers zu sehen.
Der Hippo Höhepunkt war jedoch der Luambe Park. Im Wilderness Camp (unter Leitung der Kölner zool. Gesellschaft) kann man auch am Fluss campieren. Dort gibt’s über 300 Hippos an einem Fleck, die sich den ganzen Tag und vor allem die ganze Nacht sehr lautstark miteinander unterhalten.
Über Lundazi sind wir dann nach Malawi gereist. An der Grenze hat man uns tatsächlich nach der Gelbfieberimpfung gefragt, da es im Nordwesten von Sambia noch Gelbfieber gäbe. Da waren wir zwar nicht, aber die Impfung hat uns zumindest Diskussionen erspart. Im Mzuzu konnten wir dann richtig einkaufen, um am See mit Proviant versorgt zu sein. Chikale Beach war eine Überraschung für die Kinder : Der See ist wie ein richtiges Meer mit Sandstrand und Wellen wie am Atlantik ( es war zwei Tage windig) und das ohne beißendes Salz, toll. Erstmals hatten wir nun auch mehr Kontakt zu Einheimischen, die an den Strand kamen und Souveniers verkaufen oder einfach nur schwätzen wollten. Wir waren die Attraktion, die einzigen weißen Menschen am Strand ( später kamen noch ein paar einzelne Touristen). Scharen von neugierigen Kindern umringten uns ständig, traditionelle Tänze wurden aufgeführt. Es war Wochenende und auch ein paar Schwarze kamen, um sich zu erholen, dafür Gott sei Dank keine Händler mehr, da sie dann nicht arbeiten. Wir fühlten uns zu sehr beobachtet und fuhren montags weiter.
Wir waren dann noch ein paar Tage in Chintheche und Senga Bay am Strand bevor wir über Lilongwe wieder zurück nach Lusaka sind. Cape Maclear haben wir weggelasen wegen der Bilharziosegefahr, vielleicht schade, so haben wir die Buntbarsche nicht gesehen. Gern wäre ich noch nach Liwonde, da es uns am Strand nach ein paar Tagen langweilig wurde, aber das haben wir uns zu spät überlegt, die Zeit wurde knapp. Wir haben dann noch einen Tag in Lilongwe verbracht, um auch mal ein Hauptstadt zu sehen, was wir bis dahin bewusst vermieden hatten.
Alles im allem war es eine beeindruckende Reise. Glücklicherweise hatten wir keine großen Pannen (einmal im Sand stecken geblieben in Savuti, wir haben uns ausgegraben und einmal Reifenwechseln in Ruhe auf dem Campingplatz am Malawisee, nachdem wir einen Dorn aus dem leicht leckenden Reifen gezogen hatten und der Kühlschrank hatte schon nach wenigen Tagen die Tätigkeit verweigert, was nur an einer Kleinigkeit lag, die wir leicht hätten beheben können, aber wir wussten es nicht )und sind gesund wieder zuhause angekommen.

Ich kann hier nicht jede Einzelheit der Reise beschreiben, aber wenn jemand Fragen hat, bin ich gerne bereit diese zu beantworten.
Ich suche nun noch zu günstigen Bedingungen eine Packung Lariam , kann angebrochen sein, wir brauchen noch mind. 5 Tabletten.
Meine E-mail Adresse : marina.drisch @t-online.de

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BeitragVerfasst am: Mo Sep 20, 2004 8:07 pm    Titel: Südliches Afrika: Reisen, Abenteuer & Erholung!

Hallo Marina,

toller Artikel, Gratulation hierzu. Gleiches habe ich in Südafrika in der Nordprovinz und den angrenzenden Staaten Mozambique und Botswana erleben dürfen.

Ich habe hier schon einen Beitrag zur Flugausbildung (PPL, CPL & ATPL) geschrieben.

TH Aviation Connexions, Nelspruit (Südafrika, Nordprovinz), kann diese Abenteuer ermöglichen, schaut mal rein....

....viele Grüße an alle Afrika-Begeisterte!!

Thomas Fabian

http://www.flugschule-suedafrika.de
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