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Besteigung des Kilimanjaro

 
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marina drisch
Rucksacktourist
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Anmeldedatum: 20.04.2004
Beiträge: 3
Wohnort: Neckargemünd

BeitragVerfasst am: Mo Sep 10, 2007 6:27 pm    Titel: Besteigung des Kilimanjaro

Wir waren im August 2007 erfolgreich auf dem Kilimanjaro. Da man überall abschreckende Reiseberichte lesen kann, möchte ich hier mal Positives schreiben.
Von unserer relativ großen Reisegruppe - wir waren 14 Touristen ( Durchschnittsalter 47 Jahre, wobei ein 18järiger und zwei Anfangdreißiger den Schnitt schon erheblich gehoben haben)- sind 11 auf dem Kraterrand angekommen, 7 auch auf dem Uhurupeak. Wir haben die Maranguroute gewählt, da man durch die fest aufgebauten Holzhütten( Mandarahuts auf ca.2700m, Horombohuts auf 3700m und Kibohut auf 4700m Höhe) zum Übernacheten doch etwas besser vor Nässe und Kälte geschützt ist als im Zelt.
Die Route geht über 6 Tage: 3 Tage und eine Nacht für den Aufstieg, zwischendurch ein Aklimatisationstag und 2 Tage Abstieg. Wir hatten großes Glück mit dem Wetter, jeden Morgen Sonne, blauen Himmel und ab den Horombohütten guten Blick auf den Gipfel, erst gegen Nachmittag, wenn man schon am Ziel war, zog es regelmäßig zu und es wurde neblig, nachts hat es auch mal etwas geregnet. Am Akklimatisationstag. (wir waren 2 Nächte bei den Horombohütten) hatten wir auf 4000m Höhe beim Spaziergang um die Mittagszeit noch 20°C, nachts war es dann aber frostig. Hier hatte ich in der ersten Nacht leichte Kopfschmerzen, die nach einer Tablette Paracetamol aber für immer verschwanden. Auf dem Weg zur Kibohütte muss man dann trotz des Schneckentempos, in dem man sich bewegt, immer schneller atmen und man ist sehr müde, wenn man ankommt. Die Appetitlosigkeit wird auch immer stärker, ich habe mich regelrecht zum Essen gezwungen und viel stark gesüßten Tee und Traubenzucker zu mir genommen, um ein paar Kalorien zuzuführen. Dass man noch vor Mitternacht aufstehen muss, um zum Gipfel zu kommen, ist zunächst schon hart. Ich saß heftig atmend mit Schwindelgefühl im Bett und konnte mir wirklich nicht vorstellen mich anzuziehen und loszugehen, aber nach gutem Zureden und der Einnahme von ein paar harmlosen Kreislauftropfen( Korodin) , die wohl mehr psychologische Wirkung haben, habe ich’s versucht und mir mühsam die vielen Schichten Klamotten übergestreift, den obligatorischen Porridge zum "Frühstück"gegessen und nach dem Gang zu dem von Weitem am Geruch erkennbaren Plumpsklo war ich dann wach und fit.
Meine Hauptsorge bei dem ganzen Trip galt urspünglich weniger der Höhe als der Kälte, da ich ein Leichtgewicht mit niedrigem Blutdruck bin, schnell friere und auskühle und so manche Leute schon wegen Erfrierungen umkehren mussten. So hatte ich an: Wollunterhemd, Baumwollskirolli, Angoraunterhemd, Alpakapullover, Fleecejacke, wattierte Winterjacke, Unterhose, Wollstrumpfhosen, Socken, dicke, lange Skisocken,wattierte Hose, Regenhose,Gamaschen, Wanderschuhe, Mütze, Wollhandschuhe und später Skihandschuhe und Sonnenbrille. Das braucht man, da man sich nur sehr langsam bewegt und wenig Eigenwärme produziert, wobei natürlich die modernen Outdoortextilien leichter sind und bei Bedarf schneller trocknen als die Wollsachen, aber da wir nach dem Kili noch je eine Woche auf Safari und auf Sansibar waren, habe ich nur alte Sachen zum anschließenden Verschenken mitgenommen.Die Träger freuen sich, alles wird einem regelrecht aus den Händen gerissen, was man am Ende der Tour anbietet.
Der 6 stündige Aufstieg zum Kraterrand mit Stirnlampe im Dunkeln, vor dem ich soviel Bammel hatte, war beeindruckend. Eine nicht zu enden scheinende Lichtenkette windet sich den Berg hinauf, da mehrere Touristengruppen unterwegs sind. Es sieht toll aus und man erkennt kaum, wo die Stirnlampenlichter aufhören und wo der Sternenhimmel beginnt , wenn man nach oben schaut. Gefroren habe ich nicht, nur die Füße drohten kalt zu werden, da unsere Gruppe öfter stehen bleiben mußte, da einige Leute etwas schwächelten; zwei sind vorzeitig mit je einem Bergführer umgekehrt ( einer war wegen Mattigkeit bei der Kibohütte geblieben). Als die Sonne gerade aufgegangen war, erreichten wir 11 Touristen mit unserer Reiseleiterin und zwei Bergführern den Kraterrand am Gilmans Point ( 5685m), allen ging es gut, die Aussicht war toll und wir beschlossen noch weiter zum Uhuru Peak zu gehen. Am Stella Point (5756m) wurde es vieren von unsrer Gruppe doch zu anstrengend und sind mit der Reiseleiterin abgestiegen. Zu siebt sind wir dann schwer atmend am Gipfelkreuz (Uhuru PeaK, 5895m) glücklich um 8:30 Uhr angekommen. Die Sicht auf der Gletscherlandschaft war faszinierend und ich habe viele Fotos gemacht. Die beiden und verbliebenen Guides drängten dann schnell zum Rückmarsch, da die Höhenkrankheit auch beim Abstieg noch kommen kann. Teilweise war es uns auch leicht schwindlich, aber keiner hat brechen müssen. Den Abstieg habe ich als recht unangenehm empfunden, denn nachdem man die felsigen Passagen überwunden hat, rennt und torkelt man mehr oder weniger durch staubige Geröll/Sandpisten über die man schön langsam in Serpentinen aufgestigen war . Jetzt sieht man erst, wie öde die Landschaft da ist. Auf der Kibohütte angekommen ( gegen Mittag), durfte man eine Stunde in den Schafsack kriechen, dann bei einer heißen Suppe Kraft schöpfen und dann ging es weiter bergab bis zu den Horobohütten! Das war anstrengend und hier wurde das Wetter schlechter. Es hat vorübergehend leicht geschneit. Am nächsten Tag gings weitere 2 Tagesetappen runter. Das Wetter war wieder gut und alle sind heil angekommen.
Noch ein Hinweis, falls ihr auch so was macht. Gebt den Trägern etwas mehr Trinkgeld als in den Reiseführern vorgeschlagen wird. Sie leisten die schwerste Arbeit, schleppen 20 kg Gepäck zu den Hütten und bekommen den geringsten Lohn. Auch sie müssen sich an die Höhe anpassen und setzen ihr Leben aufs Spiel.
Man kann auch Pech haben, eine Touristengruppe, die nach uns auf der Machameroute mit Zelten hoch ist, musste wegen Schnee- und Eisregen, nasser Kleidung und eingefrorerner Schuhe umkehren. Ein Träger ist an Höhenkrankheit gestorben.
Obwohl Trockenzeit war ( August) hat es in Tansania besonders im Gebirge oft geregnet, aber selbst in der Serengeti fiel etwas Regen!
Wenn ihr noch Fragen habt, ich antworte gern.
Marina
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